🚌 In Winterthur werden die Busse bestreikt – und das könnte auch langfristig den Verkehr verändern.
Ein funktionierender ÖV ist das Rückgrat nachhaltiger Mobilität. Wer auf den Bus angewiesen ist – ob aus wirtschaftlichen Gründen, wegen eingeschränkter Mobilität oder schlicht weil er kein Auto hat – steht jetzt vor einem echten Problem. Das sollte man nicht kleinreden.
Und trotzdem: Unfreiwillige Experimente können überraschende Erkenntnisse liefern.
Nach Streiks in Paris und London zeigte sich, dass ein Teil der Pendelnden dauerhaft aufs Velo umgestiegen ist; auch nach Ende des Streiks. Nicht weil der Streik gut war. Sondern weil er viele erstmals veranlasst hat, ihr Mobilitätsverhalten zu verändern. Und weil diese Alternative funktioniert hat.
Der entscheidende Faktor: die Infrastruktur.
➡️ Wo sichere Velowege fehlen, kehren alle zurück in den Bus oder weichen aufs Auto aus. Das wäre der schlechteste aller möglichen Ausgänge.
➡️ Wo die Rahmenbedingungen stimmen, entsteht aus dem Ausnahmezustand eine neue Gewohnheit.
Das Ziel muss also sein: einen starken ÖV UND gute Velo-Infrastruktur. Nicht entweder oder. Der Streik ist kein Argument gegen den ÖV. Er ist ein Argument dafür, Alternativen so gut aufzustellen, dass Menschen Wahlfreiheit haben – auch wenn der Bus nicht fährt.
Die Veloinfrastruktur in Winterthur ist noch nicht perfekt. Reicht sie aber aus, um die Busse auch langfristig zu entlasten? Es bleibt zu hoffen, dass eine gute Lösung für das Fahrpersonal gefunden wird – gleichzeitig aber das Velo langfristig profitieren kann.
