Die Velostation unter dem Zürcher HB ist voll.

Die Velostation unter dem Zürcher HB ist voll. Ein Jahr nach der Eröffnung sucht man dort Reihe um Reihe nach einem freien Ständer. 🚴🚴🚴🚴

Das ist die beste Nachricht, die der Velotunnel liefern konnte. Denn eine volle Station heisst: Die Qualität des Angebots stimmt. Schnell durch den Tunnel, Velo abstellen und in wenigen Schritten aufs Perron. Rund 1000 Gratisplätze gibt es aktuell im Tunnel unten. Gute Veloinfrastruktur füllt sich, das ist keine Überraschung, sondern ihr eigentlicher Zweck.

Überrascht hat es trotzdem. Einen Teil der Fläche hat man zu Beginn leer gelassen, um erst mal zu schauen, ob die Nachfrage kommt. Jetzt zieht die Stadt den Ausbau mit Doppelstockparkern vor.

Mich beschäftigt, warum der Erfolg von guter Veloinfrastruktur so oft unterschätzt wird. Mein Verdacht: Wir planen mit den Zahlen von heute. Und die zeigen vor allem, wie viele Leute trotz mässiger Bedingungen Velo fahren. Wer eine wirklich gute Verbindung baut, schätzt die Nachfrage für ein Angebot, das es vorher gar nicht gab.

Beim Auto denken wir seit Jahrzehnten andersherum: Ein Parkhaus wird auf die Spitzenstunde ausgelegt, und niemand käme auf die Idee, ein Drittel der Ebenen vorsorglich leer zu lassen.

Was jetzt am HB zu tun wäre, habe ich in meiner Kolumne bei Tsüri.ch versucht zu skizzieren: Spoiler: Man sollte schon jetzt einen Schritt weiter denken. Zur Kolumne geht's hier: https://tsri.ch/a/volle-station-am-hb-zuerichs-velofoerderung-funktioniert-fast-zu-gut-velotunnel-velo-thomas-hug-di-lena-kolumne

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