Wer ist verrückt genug, für eine neue Norm rund 1000km im Nachtzug zurückzulegen?

Wer ist verrückt genug, für eine neue Norm rund 1000km im Nachtzug zurückzulegen? 🚉🌉

Wenn es sich um ganz besondere neue Standards handelt: Nur zu. Changing Cities hat in Berlin die «Empfehlungen für Superblocks» (ESu 26) veröffentlicht. Ich durfte neben Christopher Schriner und Regina Vollbrecht eine Würdigung dazu halten. Was nach zuerst Verwaltungsprosa klingt, ist eigentlich ein kluger Schachzug.

Der Engpass von Superblocks war nie die Idee. Lebenswerte Quartiere ohne Durchgangsverkehr überzeugen die meisten, sobald sie einmal stehen. Der Engpass war die Wiederholbarkeit: Jedes Projekt wird von vorne verhandelt und jede Verwaltung erfindet das Rad neu.

Genau da setzt ein Standard an. Eine Zivilgesellschaft, die nicht gegen die Ämter anschreit, sondern sie in ihrer eigenen Sprache anspricht und der Verwaltung gleich den passenden Workshop dazu anbietet. Das ist irgendwie fast radikaler als jede gesperrte Strasse.

Auch wenn die ESu nicht in allen Punkten auf die Schweiz übertragbar ist. Sie zeigt die Richtung vor: Superblocks werden immer mehr zum Mainstream. Sie werden anerkannt als Werkzeuge für die urbanen Herausforderungen der Zukunft.

Die Pilotprojekte kann man in ganz Europa bestaunen. Aber auf ein Regelwerk kann man sich berufen. Das ist ein Unterschied, den man spätestens bei der zwanzigsten Einsprache dann bemerkt.

Hier geht's zum ganzen Dokument von Changing Cities e.V.: https://changing-cities.org/empfehlungen-fuer-superblocks-2026/

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