Die Robotaxis von Uber kommen nach Zürich – und zeigen die Lücken des heutigen…

Die Robotaxis von Uber kommen nach Zürich – und zeigen die Lücken des heutigen Bewilligungssystems.

Was aktuell noch grösstenteils für Euphorie sorgte, zeigt bei genauerem Hinsehen ein bekanntes Muster: Die öffentliche Hand trägt die Kosten, Private sahnen die Gewinne ab.

Das Ungleichgewicht ist System: Im Furttal und in der Ostschweiz investieren SBB, Kanton Zürich und Postauto in autonome Fahrzeuge – für dünn besiedelte Gebiete, wo sich klassischer ÖV kaum rechnet. Dort verbessern Robotaxis tatsächlich die Erschliessung. Das ist sinnvoll.

In Zürich aber soll Uber kommen: mit profitablen Fahrten in der dichten Stadt, ohne Verpflichtung zur flächigen Grundversorgung. Das bekannte Geschäftsmodell: Kosten auf dem Land externalisieren, Gewinne in der Stadt privatisieren.

Die Konsequenz: Die ÖV-Betriebe bleiben auf den unrentablen Gebieten sitzen, während Tech-Konzerne die lukrativen Märkte abschöpfen.

🚗 Erschliessung von wenig attraktiven Gebieten? Keine Verpflichtung.
🛣️ Daseinsvorsorge? Nicht ihr Problem.

Meine Überzeugung: Wenn wir autonomes Fahren zulassen, braucht es klare Regeln: Wer profitabel in der Stadt operiert, muss auch zur Erschliessung des ländlichen Raums beitragen. Sonst bleibt das Risiko beim Staat, der Profit bei den Konzernen.

In der aktuellen Kolumne bei Tsüri.ch habe ich mich eingehend mit dem Thema beschäftigt: https://tsri.ch/a/robotaxis-loesung-fuer-ein-problem-das-es-in-zuerich-nicht-gibt-verkehrswende-kolumne-thomas-hug-di-lena

Mein Schluss für die Stadt Zürich: Robotaxis bringen hier keinen Mehrwert. Die Stadt tut deshalb gut daran, die Strassenräume kontinuierlich für andere Verkehrsteilnehmenden umzuwidmen.

Was denkt ihr: Braucht es eine Verpflichtung zur flächendeckenden Erschliessung für private Mobilitätsanbieter?

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