Keine Überraschung: Der Traum von Cargo Sous Terrain ist ausgeträumt.

Keine Überraschung: Der Traum von Cargo Sous Terrain ist ausgeträumt. Ein paar Learnings für zukünftige Visionen. 🫸

Die unterirdische Güterröhre war eine grosse Vision für die Schweizer Logistik. Doch nach Jahren der Planung und Millionen an Investitionen scheint nun Schluss zu sein. Was können wir trotzdem daraus mitnehmen?

1️⃣ Echte Verankerung beginnt an der Basis
Prominente Namen öffnen Türen – aber sie ersetzen nicht die Überzeugungsarbeit an den Orten der Umsetzung. Ohne die Gemeinden und Kantone frühzeitig einzubeziehen, fehlte es dem Konzept an einer wichtigen Grundlage.

2️⃣ Klein anfangen, gross denken
Warum nicht zuerst oberirdisch testen? Nur schon die Pilotstrecke von CST hätte Milliarden gekostet. Stattdessen hätten intelligente Hubs, autonome Fahrzeuge oder innovative Transportsysteme das Konzept mit einem Bruchteil der Kosten validiert. So hätte man früh erkannt, wo die echten Herausforderungen liegen.

3️⃣ Gleichgewicht von Powerpoint und Selbstkritik
CST hat ein grosses politisches Netzwerk aufgebaut und dieses überzeugen können. Gleichzeitig wurden kritische Fragen von Fachleuten oft vom Tisch gewischt. Wer mit einer Vision Erfolg haben muss, sollte eine schillernde Vision mit genügend Tiefgang versehen, damit auch die Fachleute überzeugt sind.

Das absehbare Ende der Tunnel-Idee eröffnet die Chance für ein neues Geschäftsmodell, das ich seit Jahren propagiere: Die Logistikanbieter müssen besser verknüpft werden – es braucht eine übergreifende Plattform. In dem Sinne freut es mich, dass sich CST in diese Richtung entwickeln möchte. 💪

Wie beurteilt ihr die Neuausrichtung von Cargo sous terrain (CST)? Oder neu vielleicht eher "Cargo Sur Terrain"?

Zur Medienmitteilung: https://www.cst.ch/wp-content/uploads/2025/09/250908_MM_CST_D.pdf

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