«Wir sollten Kinder zum Gradmesser machen.

«Wir sollten Kinder zum Gradmesser machen. Kann ein Fünfjähriger diesen Weg allein gehen? Dann ist der Strassenraum gelungen. Wenn nicht, ist nachzubessern», schreibt Thomas Hug-Di Lena.
Ich pflichte 100% bei.
Immer, wenn jemand behauptet, wir seien heute eine hochmobile Gesellschaft, denke ich an die Kinder und sage: Was für ein Unsinn! Ich musste meinen Kindern, als sie klein waren, verbieten, die Strasse alleine zu überqueren, auf der ihr Urgrossvater im Winter jeweils schlittelte.
(Es ist ein schwacher Trost, dass andere Städte diesbezüglich noch schlimmer sind als Zürich: In vielen Grossstädten gibt es im öffentlichen Raum keine unbegleiteten Kinder mehr. Was für eine Tristesse!)

Hug-Di Lena erwähnt, dass der New Yorker Autobahnbauer Moses auch 658 Spielplätze bauen liess. Da fällt mir eine Parallele zu den Zebrastreifen auf. Zebrastreifen erscheinen uns als etwas Fussgängerfreundliches, wie Spielplätze kinderfreundlich erscheinen. Aber einst dienten die Zebrastreifen dazu, die Bewegungsfreiheit der zu Fuss Gehenden auf der Strasse auf wenige Übergänge zu reduzieren – so wie Spielplätze dazu dienten, die Kinder von den Stassen zu verbannen.

https://tsri.ch/a/lebenswerte-stadt-warum-zuerich-kinderfreundlicher-werden-muss-kolumne-thomas-hug-di-lena
Tsüri.ch

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