Die Strasse-Schild-Schere: Wenn Infrastruktur und Beschilderung sich widersprechen ❌ 📛
Aus dem Journalismus ist die Text-Bild-Schere bekannt: Wenn ein gewähltes Bild nicht zum Text passt. Weniger darüber gesprochen wir im Verkehr, auch wenn es hier teilweise sicherheitskritisch sein kann.
Ein Schild sagt "Tempo 30", aber die breite, gerade Strasse lädt zum Rasen ein. Ein Fahrverbot für Autos, aber der Asphalt schreit "Durchfahren". Das ist die Strasse-Schild-Schere – wenn die Infrastruktur eine andere Sprache spricht als die Schilder.
Menschen folgen oft dem, was die Umgebung ihnen suggeriert, nicht dem was Schilder sagen. Deshalb ist Verkehrsplanung längst mehr als eine Ingenieurdisziplin – sondern auch Kommunikation und Psychologie.
Ein aktuelles Beispiel: Zürichs Langstrasse. 44'500 Verstösse gegen ein Fahrverbot in vier Monaten. Das Problem? Die Infrastruktur kommuniziert das Gegenteil der Beschilderung.
Nun soll ein grösseres Schild her – ob das die Lösung bringt? Wenn hunderte Menschen täglich eine Regel übertreten, liegt das Problem beim System, nicht bei den Menschen.
Kennt ihr auch Beispiele der Strasse-Schild-Schere? In der
Verkehrswende-Kolumne bei Tsüri.ch habe ich mich auch mit Lösungsansätzen befasst: https://tsri.ch/a/fahrverbot-an-der-langstrasse-ignorieren-ist-keine-loesung-kolumne-thomas-hug-di-lena
