🚨 240 Projekte. Über 50 Mrd. CHF. Und nur 6 Monate Zeit zur Priorisierung.
Das bedeutet: Ein halber Tag pro Projekt für Entscheidungen über Milliardeninvestitionen. Immer mehr Details zum intransparenten Vorgehen bei der Priorisierung der Schweizer Verkehrsprojekte kommen ans Licht. Die Bilanz ist ernüchternd.
Die Schweiz überprüft aktuell im Rahmen von "Verkehr '45" hunderte von Infrastrukturprojekten – von Autobahnen über Eisenbahnausbauten bis hin zu Tramlinien. Es geht um Investitionen von mindestens CHF 50 Milliarden.
Das Vorgehen scheint problematisch
🔸 Fehlende Transparenz: Welche Kriterien gelten? Wie werden Projekte bewertet? Das Projekt ist aktuell maximal nebulös aufgegleist.
🔸 Kritische Unabhängigkeit: Die Vergabe des Auftrags an eine Einzelperson suggeriert Unabhängigkeit – tatsächlich ist Prof. Weidmann auf die Zuarbeit derselben Verwaltung angewiesen, deren Projekte er bewerten soll.
🔸 Zeitdruck: 6 Monate für 240 Projekte entspricht etwa einem halben Tag pro Projekt. Eine kritische Analyse lässt dieser Zeitdruck nicht zu.
🔸 Demokratiedefizit: Verkehrspolitik prägt unser Land für Jahrzehnte – eine gesellschaftliche Diskussion scheint aber unerwünscht zu sein.
Die Realität: Eine Einzelperson kann diese Überprüfung nicht unabhängig durchführen. Die einzige ehrliche Antwort nach 6 Monaten wird sein, dass eine fundierte Analyse von einer Einzelperson in solch kurzer Zeit nur oberflächlich möglich ist.
Wer glaubwürdige Infrastrukturpolitik machen will, braucht nicht nur Tempo – sondern Transparenz, Debatte und Tiefe.
Was sollte anders laufen?
✅ Transparente Kriterien und Bewertungsmethodik
✅ Öffentliche Anhörungen in den Regionen
✅ Klare Kommunikation über Kosten und Nutzen
✅ Ausreichend Zeit für fundierte Entscheidungen
✅ Interdisziplinäre Fachteams statt Einzelaufträge
Die Schweiz rühmt sich ihrer direkten Demokratie. Bei der wichtigsten Infrastruktur-Weichenstellung seit Jahrzehnten sollten wir diese auch leben.
Was denkst du? Strategisches Vorgehen oder Planlosigkeit auf Milliarden-Niveau?
