Poller sind keine Lösung, sondern ein Symptom. Sie sind der letzte Strohhalm im Kampf gegen Parksünder:innen und notorische Verkehrsregelbrecher:innen. Wenn Regeln nicht mehr zählen, dann hilft nur noch der Poller.
Eine Studie hat kürzlich entdeckt, dass es besonders in Städten mit hohem Parkdruck ökonomisch Sinn machen kann, sich nicht um die Parkordnung zu kümmern. Zu selten sind die Kontrollgänge, als dass man erwischt würde, zu lange die Parksuchzeit.
Falschparkende Menschen reduzieren also ihre persönlichen Kosten auf dem Rücken der Allgemeinheit – eine ziemlich dreiste Sache. Und mit der zunehmenden Umnutzung des Strassenraumes wird sich dieses Problem wohl noch akzentuieren.
Sind Poller wirklich das beste Mittel, das wir dieser Entwicklung entgegenzusetzen haben? Ich glaube nein. Das "Kurz Brötchen holen" könnte man auch einmal mit dem
Fahrrad oder zu Fuss probieren – bitte! Und den "Ich muss nur schnell ausladen" lädt man am besten Mal auf eine Tour mit dem Lastenrad ein.
Das wären dann echte Schritte auf dem Weg zu nachhaltiger Mobilität. Aber Poller selbst sind für mich kein Symbol der
Verkehrswende. Sondern des Gegenteils. Sie stehen symptomatisch für eine überbordende
Auto-Kultur, die nur noch mit physischen Barrieren in die Schranken gewiesen werden kann.
Und hier noch der Link zur zitierten Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0967070X21003632?via%3Dihub
