Dieses Foto stammt vom runden Tisch des Bundesrats zur Wohnungsknappheit letzte Woche – und vielleicht steht es auch etwas symptomatisch für die Probleme auf dem Wohnungsmarkt? Verdrängung, hohe Mieten und unsichere Wohnzukunft sind die Folgen eines exklusiven Marktes, der in den vergangenen Jahrzehnten primär auf eine sehr zahlungswillige Zielgruppe gesetzt hat.
Wo sind junge Leute vertreten, die kaum noch eine bezahlbare Erstwohnung in ihrer Heimatstadt finden – auch in den Tourismusgebieten? Wo sind Wohnungssuchende vertreten, die es nach 50 Versuchen nun aufgegeben haben, da zu wohnen, wo sich ihr Lebensmittelpunkt befindet? Wo sind ältere Menschen an diesem Tisch, die in zu grossen Wohnungen leben, weil sie keine gute Alternativen finden? Wo sind Eltern vertreten, die mit ihren Kindern in Wohnungen ohne eigene Zimmer leben, weil "der Markt" vornehmlich übergrosse 1 bis 3-Zimmer-Wohnungen gebaut hat?
Bestimmt habt ihr gute Antworten auf diese Fragen, allerdings ist es auch ein Fakt: Die Bedürfnisse vieler Menschen werden auf dem Wohnungsmarkt heute marginalisiert – dafür steht auch dieses Bild symptomatisch. Und am Ende steht dann auch in der Medienmitteilung: Die Situation ist derzeit noch nicht dramatisch. Aber die Aussichten sind nicht rosig. Die Ursachen seien halt komplex.
Für einmal sollten wir dieses Mal nicht tun, was wir sonst immer tun in Krisen: Abwarten. Wohnen ist kein "Gut", worauf man einfach verzichten kann – dieses Problem ist hausgemacht.
