Eine Erkenntnis, die mich immer wieder fasziniert: Menschen stehen an Ostern gerne im Stau! Der Osterstau vor dem Gotthard ist wohl der absehbarste Stau von allen und trotzdem fahren Tausende jedes Jahr rein.
Vielleicht ist es die unvergleichliche Atmosphäre im Stau, die einen so fasziniert: Das Summen der Motoren, das Hupen der Autos und das ständige An- und Ausrollen. Oder vielleicht ist es die Aussicht auf eine gesellige Runde im Auto, bei der man sich mit Familie oder Freunden austauschen kann, während man gemeinsam im Stau steckt.
Fakt ist: Die Hälfte des Autoverkehrs in der Schweiz ist Freizeitverkehr – so scheint besonders der Osterstau eigentlich vermeidbar. Durch eine vielfältigere Wahl der Reiseziele (auch im Norden sollen Ostern ganz schön sein) oder die vermehrte Nutzung der Bahn (wir haben gerade erst für 12 Milliarden ein langes Loch durch die Alpen für den Zug gebohrt) liesse sich dieser Stau eigentlich verringern.
Die Alternativen sind da, trotzdem scheint der Osterstau seinen Reiz zu behalten. Deshalb plädiere ich für eine neue Wortschöpfung beim Duden: Der/die Staulustige – bei der nächsten Diskussion über eine Kapazitätserweiterung der
Autobahn sollten wir auch sie im Kopf haben, und ihnen den Stau nicht wegnehmen.
