Wer geht eigentlich mitten in der Nacht hupen, wenn das Fussballspiel zu Ende ist? Erstaunlich viele… ⚡📢
Nach dem Spiel Schweiz – Kolumbien habe ich mich gefragt, wie viele Autos da eigentlich nachts hupend durch Zürich fahren. Also habe ich mir eine Zählstelle genauer angeschaut, die Schimmelstrasse – eine Einfallsachse in die Stadt Zürich.
Das Resultat hat mich dann doch überrascht. Um diese Zeit fahren normalerweise deutlich weniger Autos als tagsüber – so weit, so erwartbar. In dieser späten Stunde waren es aber knapp viermal (oder 800 Autos) mehr als sonst üblich für diese Stunde.
Dass an so einem Abend gehupt und gefeiert wird, überrascht niemanden, und ich gönne es allen. Ob das Hupen dabei wirklich nötig ist, muss man für sich selbst beurteilen (und je nach Wohnort hat man wohl eine andere Meinung).
Was mich eigentlich mehr beschäftigt: Was diese eine Nacht sichtbar macht, ist an den meisten anderen Nächten einfach unsichtbarer Dauerzustand ohne Hupen. Autoverkehr ist nachts nicht nur an Fussballabenden ein Lärmthema; er ist es jede Nacht. Die 800 Autos mehr waren die Ausnahme – in der Schweiz sind 1.1 Millionen Menschen Tag für Tag von übermässigem Strassenlärm betroffen.
Es ist legitim, sich über die Huperei aufzuregen – nur müsste die logische Konsequenz dann sein, sich auch sonst für leisere Strassen einzusetzen. Nicht nur an Fussballabenden während der WM, sondern auch während den 364 anderen Tagen im Jahr.
