Deutschland führt das 49 Euro Ticket ein, in der Schweiz wird ein Ticket für Jugendliche lanciert – und es lauert die Gefahr, dass nun auf solchen Mini-Erfolgen ausgeruht wird. Neuerungen bei den Tickets sind aber nicht das Ende der Fahnenstange!
Um den öffentlichen Verkehr langfristig attraktiv zu positionieren, müssen die Anstrengungen über die Preissysteme hinausgehen – denn diverse Studien zeigen, dass erst eine hohe Qualität des ÖVs die Leute langfristig zum Umsteigen bewegt. 4 Dinge, die nun folgen müssen, um die neuen Tickets zum Erfolg zu machen:
🚈 Verbindungen: Wo kein Zug oder Bus fährt, da hilft auch das beste Ticket nicht. Jedes Land wäre gut beraten, nun das Netz auszubauen. Auch wenn der Kostendeckungsgrad in den ersten Jahren das kaum rechtfertigt: eine Nachfrage kann sich erst einstellen, wenn die Leute auch die Chance zur Nutzung bekommen.
⌚ Zuverlässigkeit: Nur eine pünktliche Bahn ist auch eine hochwertige Bahn. Deshalb braucht es ein redundantes Netz, damit auch bei Störungen der Betrieb aufrecht erhalten bleibt. Busse brauchen eigene Trassen, um die Staus auf der Strasse zu umfahren.
🏠 Siedlung: Wo es keinen öffentlichen Nahverkehr gibt, sollte nur gebaut werden dürfen, wenn gleichzeitig auch ein ÖV-Angebot geschaffen wird. Und verdichtet wird nur noch da, wo öffentliche Verkehrsinfrastruktur bereits gut ausgeaut ist.
🚗 Auto-Infrastruktur: Es tut mir leid, dass hier die Autokeule kommen muss. Aber das Auto steht in direkter Konkurrenz zum öffentlichen Verkehr. Wenn wir Autobahnen weiter ausbauen, dann schadet dies direkt auch dem öffentlichen Verkehr.
Die Liste lässt sich noch erweitern. Taktverdichtung, Komfort, Direktverbindungen – was habe ich noch vergessen, das ebenfalls bald angegangen werden sollte für die
Verkehrswende?
