Die Umgestaltung der Strassen ist längst mehr als eine Frage des Verkehrs.

Die Umgestaltung der Strassen ist längst mehr als eine Frage des Verkehrs. Das zeigte sich beim Gewitter in Zürich am Freitag deutlich. ⛈️

In einer Stunde fiel die Hälfte der üblichen Juni-Regenmenge, und unsere Kanalisation kam an die Grenze. Sie wurde für ein anderes Klima gebaut. Entsprechend quillten die Strassen vielerorts über.

Statt die Kanalisation auszubauen, liegt die wirksamere Antwort über dem Asphalt:
1️⃣ Die Schwammstadt hält Wasser dort zurück, wo es fällt – versickern, speichern, verzögert abgeben.
2️⃣ Das braucht Oberfläche: entsiegelte Flächen, Baumrigolen, Mulden.
3️⃣ Und die grösste versiegelte Oberfläche der Stadt liegt beim Verkehr auf der Strasse.

Damit wird Klimaanpassung zur Verteilfrage. Eine Fläche, auf der ein Auto fährt, nimmt kein Wasser auf. Flächeneffiziente Verkehrsmittel schaffen erst den Platz, den eine wasserfeste Stadt braucht.

Heute wird die Verteilung der Strassenfläche oft als Kulturkampf ums Auto geführt. In Zukunft dürfte das aber auch zu einer Frage werden, die über finanzielle Schäden bei Starkregenereignissen entscheidet.

Und an dieser Stelle gerne auch den Hinweis an die Weiterbildung des VSA – Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute, wo ich eine Vorlesung zur Mobilität halten darf – auch eine spannende Sache für Leute mit verkehrs- und stadtplanerischem Hintergrund: https://vsa.ch/schulungen-und-veranstaltungen/fachpersonenkurse/fachperson-koordinator-in-schwammstadt/

Video auf LinkedIn ansehen

← Zurück zum Blog