Müssen die eTrotti zu Recht als Sündenbock für die Versäumnisse im Stadtverkehr herhalten? Obwohl sie sich in den letzten Jahren rasend schnell ausgebreitet und unter Fussgänger:innen als Feinbild Nummer eins gelten – ich glaube nicht. In der
#Verkehrswende-Kolumne bei Tsüri.ch wage ich mich diese Woche eine unbeliebte Meinung zu äussern: Die Diskussion über die eTrotti lenkt nur vom wahren Problem ab.
Wo Gehwege schmal werden, ist das kaum je auf zu breite Velostreifen zurückzuführen. Wo Velos auf dem Trottoir fahren, liegt es weniger an rücksichtslosen Velofahrenden als an fehlender sicherer Veloinfrastruktur auf der Strasse. Und auch egoistisch abgestellte E-Trottis zeugen primär von einer Verkehrskultur, die den Individualismus stärker zelebriert als die gegenseitige Rücksichtnahme.
Alle Menschen haben das Recht, sich auf der Strasse wohl und sicher zu fühlen. Doch das geht nur, wenn der Strassenraum bedingungslos neu verteilt wird. Genau deshalb darf in der ganzen Debatte das eigentliche Problem nicht vergessen gehen: Eine meist vierrädrige Blechkarrosse, die nur noch von einer Minderheit der Stadtbevölkerung regelmässig genutzt wird, aber eine Mehrheit des Strassenraums besetzt hält.
Den ganzen Meinungsbeitrag über
#Mikromobilität gibt es hier zu lesen: https://lnkd.in/euKdemsN
#mobilität
