🚦 Vision Zero: Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

🚦 Vision Zero: Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die "Vision Zero" ist keine neue Idee – trotzdem hapert es immer noch gewaltig mit der Umsetzung. Keine europäische Grossstadt hat es bisher mehrfach vollbracht, ein Jahr ohne Verkehrstote zu bleiben. In der Stadt Zürich wurde das Ziel bereits 2003 im kommunalen Richtplan verankert, basierend auf dem verfassungsmässigen Recht auf körperliche Unversehrtheit. Erreicht wurde es seither nie. Doch warum kommen wir nicht voran? 🤔

1️⃣ Auf nationaler Ebene fehlt es an Fortschritt: Das Strassensicherheitsprogramm "Via Secura" ist ausgelaufen, gleichzeitig werden Fahrtauglichkeitstests für Senior:innen reduziert und Tempolimits bekämpft. Schritte in die falsche Richtung.

2️⃣ In Zürich selbst sind besonders abbiegende Baustellen-Lastwagen und Trams problematisch. Eine bessere Veloinfrastruktur könnte helfen, scheitert aber oft an Platz und Prioritäten. Und bei den durch Tram getöteten Menschen herrscht grösstenteils Ratlosigkeit.

3️⃣ Die Schweiz hinkt im internationalen Vergleich hinterher: Während andere Länder bereits minimale Überholabstände für Velos vorschreiben, fehlen hierzulande solche grundlegenden Schutzmassnahmen.

Interessant: Bologna erreichte die Vision Zero 2024 durch flächendeckendes Tempo 30. Auch Winterthur verzeichnete kürzlich zwei Jahre ohne Verkehrstote – möglicherweise wegen des fehlenden Tramnetzes? Die vermeintlichen europäischen Vorbilder Oslo und Helsinki konnten ihre temporären Erfolge aber nicht wiederholen. Dies wirft die Frage auf: Sind diese Erfolge nur statistische Ausreisser? 📊

Die Vision Zero bleibt eine Vision – lebenswert, aber fern. Ihre Verwirklichung braucht mehr politischen Mut als derzeit vorhanden ist. Denn letztlich muss Mobilität dem Leben dienen, nicht umgekehrt.

In der
#Verkehrswende-Kolumne bei Tsüri.ch habe ich mich der Vision Zero gewidmet: https://lnkd.in/eSEijDgF
#Stadtplanung
#sicherheit
#nachhaltigkeit

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