Hast du schon einmal ein Auto gesehen, das sich nicht abschliessen lässt, wenn es im Parkverbot steht? Das sofort abbremst, wenn es in ein Fahrverbot reinmanövriert wird? Oder das gar nicht erst schneller als das Tempolimit fahren kann?
Ich jedenfalls nicht. Aber das ist schon heute die Realität für die geteilten eTrotti🛴. Trotzdem werden sie häufig verflucht – und ich habe Verständnis dafür. Aber: Wir können etwas dafür tun, damit es weniger Ärger gibt. Nämlich wenn wir bei der Regulierung genau diese Möglichkeiten nutzen, die beim Auto sofort als unverhältnismässiger Freiheitsentzug abgeschmettert würden.
Gemeinsam mit verschiedenen Städten versuchen wir die eTrotti so in die Mobilitätskette einzubinden, damit sie einen Mehrwert bringen und möglichst wenig stören. Dabei gibt es ein paar Tricks, die wir bei urbanista.ch anwenden:
1️⃣ eTrotti sollen primär noch stationsgebunden angeboten werden. Die Software verunmöglicht das Parkieren ausserhalb von designierten Zonen und soll so für mehr Ordnung sorgen. Braucht etwas mehr Vorbereitung, sorgt aber für deutlich entspanntere Gemüter.
2️⃣ In innerstädtischen Lagen werden Maximalkontingente festgelegt, damit es keine übermässigen Häufungen gibt. In Aussenbezirken werden Minimalquoten definiert, damit da eine Verfügbarkeit sichergestellt ist, wo die eTrotti am ehesten eine Autofahrt ersetzen.
3️⃣ Langsamfahrzonen und Fahrverbote werden an Orten eingesetzt, wo besondere Rücksicht notwendig ist – beispielsweise in belebten Quartierstrassen oder Fussgängerzonen.
Im Video sind die Bewegungen der eTrotti während des ZüriFäschts zu sehen – vor allem nach den Feuerwerken in der Nacht nutzten viele Leute die eTrotti um nachhause zu kommen. Gemeinsam mit dem
#Mikromobilität-Team der Stadt Zürich unter der Leitung von Wernher Brucks haben wir dabei all diese Möglichkeiten genutzt, um einen möglichst ungestörten Betrieb des Fests zu gewährleisten.
Nächste Woche widme ich mich in der
#Verkehrswende-Kolumne bei Tsüri.ch den eTrottis und versuche zu erklären, weshalb sie der falsche Sündenbock auf der Strasse sind. Und bis dann frage ich mich: Ab wann führen wir solche Regeln auch für Autos ein? Ich wäre bereit dafür!
