Mit den Ferientagen kommt jeweils der Stau – und es gehen auch die Träumereien…

Mit den Ferientagen kommt jeweils der Stau – und es gehen auch die Träumereien am Gotthard in eine neue Runde. Obwohl der Gotthard nur ein Nebenschauplatz der Schweizer Verkehrsprobleme ist, behandelt das Parlament eine Handvoll Vorstösse dazu. Alle wollen sie den Stau mindern. Für Nau.ch habe ich mir die verschiedenen Vorstösse angeschaut. Fazit: Die meisten taugen nicht viel, denn sie fokussieren einzig auf die Strasse.

⛔ Der naheliegendste Weg ist dabei auch der schlechteste: Bürgerliche versuchen bereits jetzt vier Spuren durch den Gotthard für Autos freizugeben. Damit verstossen sie einerseits gegen die Verfassung, andererseits würden sie der Schweiz ein kräftiges Eigengoal verpassen. So würde die Schweiz zu einem der attraktivsten Transitländer – die Verkehrsmenge auf dem ganzen Netz zunehmen. Am Ende stünden wir mit noch mehr
#Stau da, und zwar nicht nur vor den Tunnelportalen Richtung Süden.

❓Ist dieser Stau denn wirklich so schlecht? Er steht primär stellvertretend dafür, dass es sich immer mehr Leute leisten können, in den Süden zu verreisen. Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung. Der hohe Anteil internationaler Transitreisender zeigt aber auch auf, dass Verlagerungspolitik internationale Abstimmung braucht.

🔮 Was wirklich für die Zukunft hilft:
#Bahn und
#Maut. Die Nord-Süd-Transversale ist noch nicht am Limit und eine Verlagerung hätte Steigerungspotential. Dazu müssen aber Kapazitäten und Services auf der Schiene bereitstehen. Eine Maut, wie sie beispielsweise Corina Gredig fordert, kann zudem dafür sorgen, dass der Gotthard-Tunnel nicht mehr die einzige grosse Gratis-Transversale durch die Alpen bleibt.

Aber im Grundsatz gilt: Es gibt grössere Probleme wie der Gotthard-Stau, auch wenn er ein zuverlässiger Schlagzeilen-Lieferant ist. Wer in diesen Stau reinfährt, tut dies bewusst.

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